KISI aus der Sicht eines Neulings

Ein KISI-Probenwochenende aus der Sicht eines Neulings ODER Eine Große Familie, Proben zum Weihnachtsmusical, 2. – 6. Juni

Oh wow, viele Leute. Und die kennen sich alle. Wie sich das wohl anfühlen wird? Meine ersten Gedanken, wie ich – mich ziemlich fehl am Platz fühlend – neben den sich umarmenden anderen Zugfahrern stehe und auf unsere Mitfahrgelegenheit warte. Wie ein großes Familienwiedersehen. Und ich. Neu, kenne genau eine Person. Und ich hasse Small Talk. Wie die Pest. Neue Leute kennen zu lernen fällt mir nicht so leicht. Das verspricht schon mal, spaßig zu werden.

Es tut sich in meiner Seele, die sich am liebsten wieder in ihre introvertierte Höhle verkriechen möchte, wo sie sich am wohlsten fühlt, ein ungutes Gefühl auf, das aber sofort zerschlagen wird, wie ich von allen Seiten höre „Du bist Christina, oder?“ und ich denke mir heimlich „Ja… und wer bist du?“ Anscheinend kommt es nicht so oft vor, dass jemand Mitte 20 ganz neu zu KISI dazu kommt. Aber von allen Seiten – egal ob in der Kleingruppe beim Essen, bei den Proben von den Chorleiterinnen, im Schlafsaal mit den Kids – werde ich herzlich aufgenommen und begrüßt.

Meine Seele beruhigt sich wieder etwas.

Die Proben gehen eigentlich prompt los, und ehe ich mich versehe, bin ich auch schon mittendrin. Ich singe mit, tanze mit, spiele mit. Und überall strahlen mich Gesichter an, überall sind begeisterte Kinder, überall die Vorfreude auf das neue Musical.

Und Jesus.

Der ist auch immer dabei. Immerhin spielen wir ja ein Musical, das sich zu der Zeit seiner Geburt abspielt. Ich bin von meiner christlichen Prägung her eigentlich freikirchlich. Ich kenne zwar katholische Messen und ihre Abläufe, aber mir wurde oft suggeriert, dass die Katholiken „anders“ glauben als wir.

Nichts da. Die kennen den gleichen Gott wie ich! Sie kennen nur eine andere Seite von ihm.

Das Wochenende geht vorbei wie im Flug, und ich merke, dass ich nicht in der Ecke sitze und ausgegrenzt bin, weil sich alle anderen so gut kennen. Im Gegenteil. Wenn ich versuche, genau das zu machen – mich in eine Ecke setzen und ein ruhiges Minütchen für mich zu haben – dann kommt jemand vorbei und stellt mir Fragen. Ist an meinem Leben interessiert. Will mich inkludieren. Die Kinder, genau so wie die Erwachsenen. Was für eine Umgebung!

Ich finde schnell Gefallen daran, mit den Kindern zu singen, mit ihnen ihren Text durchzugehen, oder einfach zu quatschen. Die Proben halten uns auf Trapp, aber es bleibt trotzdem genügend Zeit, um sich besser kennenzulernen. Und das wunderschöne Haus mit der atemberaubenden Aussicht (und dem meistens hervorragenden Wetter) ist nur ein kleiner Bonus.

Es kommt mir so vor, als würde ich lediglich blinzeln, und das erste Probenwochenende ist schon wieder vorbei. Ich durfte viel lernen – nicht nur meinen Text oder neue Melodien, sondern auch eine ganz wichtige Lektion für mein Leben: Ich bin erwählt. Und egal, wer oder was mir auf dieser Welt versucht, Steine in den Weg zu legen, Gott hat MICH erwählt. In dieses Musical. Und in seine Familie.

Danke an Christina L. die uns so ehrlich und schön von ihrem ersten KISI-Wochenende erzählt hat. Untermal wird dieser Bericht mit wunderschönen Fotos von Adam D. und Daniel H.


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